Bisher bezog sich der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor allem auf körperliche Beeinträchtigungen. Mit dem neuen Gesetz erhalten nun auch Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie demenziell erkrankte Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. Grundlage dafür ist ein neues Begutachtungsinstrument. Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich dann nicht mehr daran, wie viel Zeit ein Mensch am Tag an Hilfe benötigt, sondern im Wesentlichen daran, wie selbstständig der Alltag bewältigt werden kann, welche Fähigkeiten noch vorhanden sind und wie viel personelle Unterstützung dafür notwendig ist.  

Wie pflegebedürftig jemand ist, spiegelt sich dann in fünf Pflegegraden wider. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto mehr ist der Mensch in seiner Selbstständigkeit beeinträchtigt und auf personelle Unterstützung angewiesen.  

Überleitung in die neuen Pflegegrade

 Die Überleitung in die neuen Pflegegrade erfolgt automatisch und nach gesetzlich vorgegebenen Regeln. Pflegebedürftige müssen keinen neuen Antrag zum Jahreswechsel stellen, um für das nächste Jahr dem entsprechenden Pflegegrad zugeordnet zu werden. Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Beeinträchtigungen erhalten anstelle der bisherigen Pflegestufe den nächsthöheren Pflegegrad, zum Beispiel statt Pflegestufe I den Pflegegrad 2. Pflegebedürftige, bei denen eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt wurde, erhalten den übernächsten Pflegegrad, zum Beispiel statt Pflegestufe I den Pflegegrad 3. Eine Bestandschutzregelung stellt sicher, dass dabei niemand schlechter gestellt wird. Im Gegenteil: Für viele Pflegebedürftige wird sich der Leistungsumfang sogar verbessern.

Überleitung der Pflegestufen zu Pflegegraden

Alt  Neu

 

Pflegestufe unterhalb 1
(so genannte „Pflegestufe 0“)

Pflegegrad 2



Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe I

Pflegegrad 2


Pflegestufe I mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 3



Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe II

Pflegegrad 3


Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 4


Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe III

Pflegegrad 4


Pflegestufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 5


Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

 

auf unserer linkseite finden Sie mehr Infos

 

und das steht Ihnen zu...

Es gibt seit 2017 differenziertere Pflegeeinstufungen. Wie unten gut ersichtlich, bekommen Sie

Pflegeleistungen nach Pflegegraden (PG) ab 2017 in Euro pro Monat 

LEISTUNG                                  PG 1                             PG 2                                        PG 3                             PG 4                                    PG 5

Häusliche Pflege
Pflegesachleistungen

Anspruch nur über Entlastungsbetrag

689

1.298

1.612

1.995

Häusliche Pflege
Pflegegeld

-

316

545

728

901

Pflegevertretung durch nahe Angehörige
Aufwendungen bis 6 Wochen im Kalenderjahr

-

474

817,50

1.092

1.351,50

Pflegevertretung erwerbsmäßig
Aufwendungen bis 6 Wochen im Kalenderjahr

-

1.612

1.612

1.612

1.612

Kurzzeitpflege
Aufwendungen bis 8 Wochen im Kalenderjahr

Anspruch nur über Entlastungsbetrag

1.612

1.612

1.612

1.612

Teilstationäre Tages- und Nachtpflege

Anspruch nur über Entlastungsbetrag

689

1.298

1.612

1.995

Entlastungsbetrag

125

125

125

125

125

Zusätzliche Leistungen
für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen

214

214

214

214

214

Anschubfinanzierung
zur Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen

2.500

2.500

2.500

2.500

2.500

Vollstationäre Pflege

125

770

1.262

1.775

2.005

Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen

-

266

266

266

266

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

40

40

40

40

40

Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes
Aufwendungen in Höhe von bis zu

4.000

4.000

4.000

4.000

4.000

Umwandlungsanspruch
Übertragung des ambulanten Sachleistungsbetrages (40 von Hundert) auf Leistungen von Angeboten zur Unterstützung im Alltag

-

275,60

519,20

644,80

798